Mittwoch, 20. April 2016

Sex oder Sexismus?


Dass Islam nix mit Islamismus zu tun hat, haben inzwischen die meisten verstanden, zumindest in meinem Freundeskreis. Bei den AfD-Leuten bin ich mir da nicht so sicher. Aber dank der Kölner Sylvesternacht kann man jetzt sehen, dass es bei dem Unterschied zwischen Sex und Sexismus noch Nachholbedarf gibt. Dank Heiko Maas und vieler, die sich plötzlich als Frauenrechtler verstehen, haben wir ein neues Thema. Ich bin gegen sexistische Diskriminierung. Ich bin auch gegen nackte Brüste an Autoreifen, Altherrenwitze a la Brüderle, und überhaupt gegen Männer, die Frauen aufgrund ihres Frau-Seins nicht ernst nehmen. Ob ich es richtig finde, das über Gesetze zu regeln? Eher nicht. Ich wäre für  eine größere Sensibilität, mehr Empathie, nicht für eine Angst vor political incorrectnes oder eine juristischen Verurteilung.
Mit Prüderie, wie so manche Zeitung titelte, hat das allerdings nichts zu tun. Ich mag Sex und ich wünsche jedem Menschen auf der Welt, dass er ein erfüllendes, befriedigendes Sexualleben hat. Mit wem und wie und wo auch immer. Einzige Einschränkung dieser Freiheit ist natürlich die Grenze der anderen. Freiwilligkeit und Zustimmungsfähigkeit immer vorausgesetzt, was bei z.B. bei Kindern eine Grenze ausmacht. 
Wenn sogar der Papst auf das eigene Gewissen verweist bei Fragen der Liebe und Sexualität, dann ist das ein guter Schritt Richtung individueller Freiheit. Zu zutrauen in das Gewissen, nebenbei.
Die ganze Gender- und Transgender-Diskussion wäre eigentlich überflüssig, wenn wir zum einen anerkennen, dass jeder weibliche UND männliche Anteile in sich trägt und zum anderen die Welt nicht mehr nur in Schwarz/Weiß sehen, sondern in allen bunten Farbschattierungen. Das Sehen und Akzeptieren von Schattierungen, ja vor allem die Freude an der Vielfalt, könnte viel Leid ersparen. „Sei wie du bist!“ ist das Kredo der Ratgeberliteratur. Warum fällt das denn so schwer? Weil wir immer noch in etlichen sozialen Rollenerwartungen stecken. Egal ob „regretting motherhood“, wo sich Frauen nicht trauen Nicht-Mutter zu sein, oder in „die Abschaffung der Mutter“ wo angeprangert wird, dass es manchen Frauen schwer fällt, sich eben als Mutter verwirklichen zu können. Über die Einengung der männlichen Rollenerwartungen wage ich kaum zu schreiben, ich befürchte die sind vielleicht sogar noch enger als die der Frauen. Viele Männer, die ich nach ihrer Sicht auf männliche Identität befragt habe, reagierten schockiert, schon ob der Frage, aus ganz unterschiedlichen Gründen. Da ist die Diskussion um Frauen schon viel weiter. 
Ich bin dafür, die Welt in allen ihren bunten Farben zu betrachten und zu genießen. Pluralismus von Lebensentwürfen ist ein großer Gewinn unserer Zeit.  Sexismus ist das Gegenteil davon, es zementiert Rollenbilder, Erwartungen und reduziert Menschen auf ein geschlechtstypisches Klischee.

Real oder Digital?


Vor ein paar Jahren hat die Frauenzeitschrift Brigitte mal von sich reden gemacht, weil sie statt Models „normale“ Frauen für ihre Bilder fotografiert haben. Ich weiß nicht mehr warum, irgendwann haben haben sie es wieder geändert. Aber es sollte uns bewusst sein, wie sehr Medien unser Bild vom Körper verändern. Übrigens nicht nur von Frauen, inzwischen sind auch viele Männer von diesem zur Show gestellten Körperkult betroffen. Bilder und Videos sind digital nachbearbeitet. Dazu gibt es einen schönen, kleinen aber eindrucksvollen Clip. https://www.youtube.com/watch?v=2rsx6owSAAE
Leider fallen viele Menschen darauf rein und versuchen ihren realen Körper an das Bild im Kopf anzupassen. Mit Gewalt. Mal mit Sport, Ernährung und Kosmetik, mal auch mit Skalpellen, Fettabsaugern, Silikon oder anderen körperlichen Eingriffen. Es wird immer schwerer zwischen digitaler und realer Welt zu differenzieren, weil alles miteinander verschwimmt. Sind Likes nur Klicks, oder echte Menschen? Irgendwas dazwischen. In manchen Kommentaren wird offensichtlich vergessen, dass gegenüber ein menschlicher Leser sitzt. Und auf der anderen Seite, ist ein FB-Like eben keine echte Anerkennung, sondern nur ein Klick. Öffentliche Personen werden mit Hilfe der Medien „nahe“ gebracht. Aber es zeigt natürlich kein realistisches Bild. Selbst wenn es in der Promi-Welt ein bisschen wahren Kern hat, Übertragungen sind mit Vorsicht zu genießen. Ich werde zumindest den Satz einer eigentlich guten Freundin nach der Geburt meines ersten Kindes nie vergessen: „Figurprobleme? Bei Heidi Klum hat das doch auch geklappt.“
Darin sind beide Phänomene vereint. Zuerst soll man ein verzerrtes weibliches Körperbild übernehmen und sich zueigen machen, und dann im zweiten Schritt auch noch mediale Lebensirealitäten kopieren. Wohin ein unbedarfter Umgang führen kann – zum Ende dieser Freundschaft, zu Essstörungen, kaputten Identitäten, medizinischen Verstümmelungen – Jedenfalls nicht zum Wohle. Nicht zum Sein. Nicht zur Existenzform des Seins, wie sie der Soziologe und Psychoanalytiker Erich Fromm beschrieben hat. Allenfalls, wenn alles gut geht, zum Haben. Zum Haben eines ästhetischen Körpers, zum Haben einer Fassade hinter der jemand versucht zu Überleben.

Lebensqualität

Lebensqualität. Das ist die kurze Version. Die längere lautet: Satt, sicher, warm, gesund, geborgen, verwirklicht.
Die differenzierte und für mich heute Aktuelle: gutes Essen, leckerer Kaffee, Sonne, Wärme, Blick auf den See, angenehme Gesellschaft, keine objektive oder gefühlte Bedrohung.
Im Detail finden sich viele Spielarten, die aber alle gemeinsam haben, dass relativ wenig erfüllt sein muss, um Glück zu empfinden. Es kann sehr einfach sein, es sich gut gehen zu lassen. Einen Teil meiner Lebenszeit verwende ich darauf, eben dies bereit zu stellen. Einen weiteren darauf, es auch in der Zukunft bereit stellen zu können. Und der Rest? Nicht immer und nicht für jeden bleibt da ein Rest. Manchmal wird die ganze Energie schon gebraucht um ein Mindestmaß an Sicherheit zu erlangen. In einem Schlauchboot auf dem Mittelmeer fragt keiner nach Kaffee. Manche arbeiten 12 Stunden am Tag, um überhaupt etwas zu Essen zu haben. Das ist traurig und sollte nicht so bleiben, aber in diesem Text geht es um andere. Um die, die immer noch mehr wollen. Mehr Geld, als sie zum Leben brauchen, mehr Anerkennung als von den Menschen die Ihnen nahe stehen, mehr Sicherheit, mehr Macht, mehr, mehr mehr. Warum ist es nicht genug? Warum reicht Lebensqualität nicht?
Ich denke da an Bertold Brecht und die Anekdote zu Senkung der Arbeitsmoral. Die wirkt ja recht Mediterran. Wieviel Vorsorge für die Zukunft, zB für den Winter, man braucht, hat sicher auch klimatische Gründe, und kulturelle. Es hängt davon ab, in welchem Land man lebt und welche sozialen Sicherungssysteme es gibt. Aber nicht nur. Ein ganz entscheidender Faktor ist das Vertrauen. In sich selbst, die Welt, die Mitmenschen, die Zukunft. Vielleicht ist es auch mehr ein Glaube. Ein Glaube daran, dass es genug ist und genug bleibt. Wer diesen Glauben, dieses Vertrauen nicht hat, vielleicht auch nicht erfahren durfte, dass andere wichtige Bezugspersonen es haben, für den reicht es nicht. Für den ist es nie genug. Der wird gierig, geizig, ehrgeizig, unerfüllbar. Und unglücklich. Leider. Das ist tragisch. Tragisch für den unglücklichen, misstrauischen. Tragisch auch für all diejenigen, denen etwas genommen wird durch den Geiz, die Gier und die Missgunst. Wenn ein inneres Gefühl fehlt und durch äußere Bedingungen ersetzt werden soll, entsteht viel Leid. Ich würde jedem Wünschen das Glück der puren Lebensqualität empfinden zu können. Dann könnten wir auch endlich aufhören über Gerechtigkeit zu reden. Denn wer Glück empfindet, braucht keine Vergleiche mit anderen.

Donnerstag, 14. April 2016

Schattenkämpfe


Ich habe die Diskussion um Glyphosat als einen Schattenkampf bezeichnet und deswegen auf einer abstrakten Ebene mit Pegida verglichen. Mit einem Schattenkampf meine ich folgendes, ein Aufregungspotential auf einem Nebenschauplatz, dass die Aufmerksamkeit bindet und den eigentlichen Gegner gar nicht erreicht.

Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Zum Beispiel das Interesse, von einem anderen Thema abzulenken. Wenn die Zeitungen gefüllt sind mit Berichten über eine "Flüchtlingskrise" oder Vorkommnisse der Silvesternacht in Köln, dann gehen andere Themen unter. Ich erinnere gerne noch mal an Rainer Mausfeld und "Warum schweigen die Lämmer?". In der Diskussion im Anschluss an diesen Vortrag, ebenfalls bei YouTube veröffentlicht, sagt Herr Mausfeld allerdings auch, dass er nicht denkt, dass es irgendwo die böse Spinne im Netz gibt. Ich teile die Auffassung, dass es kein personifiziertes Böses gibt, dass man konkret bekämpfen könnte. Vielmehr denke ich, dass es systemisch bedingte Probleme gibt. Und dass ist dann auch der zweite Punkt der zu Schattenkämpfen führt. Die Aggression, die Ohnmacht, der Wille zur Veränderung ist zwar da, aber es lässt sich kein konkreter Gegner ausmachen.

Ich möchte versuchen das am Beispiel der Nahrungsmittel zu erläutern. "Du bist, was du ißt." Dem stimme ich biologisch vollkommen zu und auch metaphorisch hat Nahrung, die wir ja in unseren Körper aufnehmen und auch zum Leben brauchen, ein gewaltiges Potential. So weit, so wichtig. Andererseits scheint es mir erstaunlich vielen Menschen, vor allem in Deutschland, erstaunlich egal zu sein, WAS sie essen. Hauptsache billig und lecker (was auch immer damit gemeint ist). Das Pestizide schlecht sind, ist eine Binsenweisheit, dafür brauche ich keine Studie mit krebskranken Nagetieren durch Glyphosat. Aber es ist eben sehr viel einfacher bei einer Umfrage zu sagen, dass man keine krebserregenden Stoffe im Essen haben möchte, als in einem Bioladen einkaufen zu gehen. Und wer denkt das Brötchen von der Backfaktory oder ähnlichen ein gesundes Lebensmittel sind, Bitteschön. Die Glyphosatrückstände erscheinen mir da nicht das Hauptproblem.

Aber wo liegt das? Schwer zu sagen. Was der Bauer nicht kennt, dass isst er nicht... Wer weiß schon noch was er isst? Kaum jemand lebt hier von unverarbeiteten Nahrungsmitteln. Und selbst die rohe Paprika im Gemüseregal wurde in einer industriellen Landwirtschaft hergestellt. Außerdem wird unglaublich viel weg geschmissen, an allen Stationen der Lebensmittel. Das ist natürlich nicht alles, aber dabei wird es schnell sehr komplex. Da geht es dann um Nahrungsmittelspekulationen,  Hungerkrisen, Klimawandel, Massentierhaltung und Fleischindustrie, Antibiotika, TTIP, Bauernsubventionen in der EU... Ein riesiges Geflecht an Zusammenhängen, mit vielen ethischen und moralischen Fragwürdigkeiten, und letztlich geht es um die Ernährung der Menschen, viel existentieller könnte es kaum sein. Ansetzen könnte man an fast allem, für mich gibt es nicht eine universelle Heillösung.

Mittwoch, 13. April 2016

Was haben Campact und Pegida gemeinsam?


Ich habe mich gestern mit den Protesten gegen die erneute Glyphosat-Zulassung auseinandergesetzt. Dabei ist mir ein hässlicher Tonfall aufgefallen und eine relative Uninformiertheit. Ich möchte mich davon selbst nicht ausnehmen, denn meine eigene "Recherche" ist auch nicht über Wikipedia hinausgekommen. Und selbst dabei sind mir schon einige Dinge aufgefallen. Um was geht es eigentlich? Um Angst? Ist da schon wieder eine der Angstspiralen, über die ich in letzter Zeit häufiger stolpere? Angst vor dem Tod, vor Krebs, vor potentiell Krebserregenden Chemikalien? Bestimmt auch. Wobei ich, ehrlich gesagt, sachlich die Ergebnisse der WHO zum Glyphosat jetzt gar nicht so schockierend finde. Da gibt es deutlich gefährlicheres. ABER, vielleicht drückt die Angst vor Krebs durch Glyphosat auch etwas anderes aus. Und zwar eine Ohnmacht. Eine Ohnmacht staatlicher Regulierung gegenüber, der EU, oder dem "System". Und da finde ich dann eine deutliche Parallele zu Pegida und den "Lügenpresse"-Vorwürfen.
Ich verstehe diese Ohnmacht, ich empfinde sie auch. Wer möchte, kann sich den äußerst gelungenen Vortrag von dem Psychologie Professor Rainer Mausfeld: "warum schweigen die Lämmer?" ansehen. Spätestens danach spürt man diese Ohnmacht. Manche Soziologen sprechen deswegen von einer Demokratiekrise. Andere polemischer von einer faktischen Wirtschaftsdiktatur.
Und nun? Ich weiß es nicht.

Wenn ich anfange darüber nachzudenken, kommt gleich wieder die Frage nach dem Menschenbild auf. Wie sind "die Menschen" eigentlich? Mal angenommen, die industrielle Landwirtschaft gefällt uns  nicht. Vielleicht stört uns das Glyphosat, oder der Genmais, vielleicht die Massentierhaltung oder die Nahrungsmittelverschwendung. Mal wird der Staat aufgerufen zu regulieren, zB bei Pestiziden, mal der Verbraucher. Aber wenn man sich das Ergebnis anguckt, dann kommt wenig Hoffnung auf. Weder in den Parlamenten noch im tatsächlichen Konsumverhalten findet sich eine vernünftige Lösung. Trägheit, Faulheit, Angst, Geiz, Gier.... Ich kann keinen wesentlichen Unterschied zwischen den Beweggründen der Politiker und denen der Konsumenten ausmachen. Mich selbst natürlich eingeschlossen. Oder vielleicht doch, nur sehr langsam?  Hmm, ich weiß nicht. Vielleicht ist es mit der Vernunft und der Urteilsfähigkeit doch nicht so weit her wie Kant uns glauben lässt. Aber bevor ich jetzt für eine erneute Unterwerfung unter eine höhere Macht plädiere, beende ich lieber diesen Text und gebe mich der Resignation hin. ;-)

Nein. Natürlich nicht. Denn so schlecht ist mein Menschenbild ja gar nicht. Ich glaube an das Gute in jedem von uns. Und ich glaube auch daran, dass sich etwas verändern kann. Und zwar nicht nur auf einem Wege, sondern auf ganz vielen. Und manche davon führen vielleicht sogar zu etwas Besserem. Ich möchte an dieser Stelle lieber Erich Fromm frei zitieren:  "Ärzte geben einen Patienten mit einer 5%igen Überlebenschance auch nicht einfach auf. Solange es noch einen Weg gibt, lohnt es sich auch noch dafür zu kämpfen. Auch wenn die Aussicht auf Erfolg gering ist. Sonst könnte man ja auch gleich von der nächsten Brücke springen."
Oder Berthold Brecht: "wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren." Motivation zur Veränderung ist in diesem Land durchaus erkennbar. Wir sollten nur aufpassen, keine Schattenkämpfe zu führen, sondern erstmal den Gegner ausfindig machen. Sonst kann das ganze auch schnell zum Bumerang werden.

Gesundheit auf eigene Gefahr


Unser Gesundheitssystem beruht auf einer Solidargemeinschaft. Zwar sind aufgrund der Privatversicherten nicht alle Menschen in diesem Land Teil dieser Solidargemeinschaft, aber das ist ein anderes Thema. Immer wieder kommen mir Klagen zu Ohren, dass es unfair sei, wenn dieses System die Behandlung von selbstverschuldeten Krankheiten bezahle.
Ich habe damit ein Problem. Schon im Krankenhaus war ich immer wieder schockiert davon, wie,zum Teil sogar das Pflegepersonal, sich abwertend über die Behandlung von zB Alkoholikern geäußert hat.
Aber wenn man den Gedanken mal zu ende denkt, wo kommen wir denn da hin, wenn wir alle Krankheiten auf eine Schuldfrage hin untersuchen? Viele Krankheiten haben  eine multikausale Genese. Das heißt, es kommen verschiedene Ursachen zusammen. Aber selbst wenn es naheliegende Gründe gibt, und diese auch noch freiwillig eingegangen wurden, sollte dann derjenige dafür auch noch bestraft werden? Beim wiederholten Alkoholentzug in der Klinik fällt es vermeintlich  Rechtschaffenden leicht, ein Urteil zu fällen.  Aber es gibt so viele andere Fälle. Wie sieht es zum Beispiel mit einer teilweise sehr schmerzhaften Fußdeformität aus, dem Hallux valgus? Die Behandlung besteht in einer orthopädischen OP. Die Ursache liegt am Schuhwerk. Wer ist dafür verantwortlich, wenn vor allem Frauen spitze Füße bekommen? Sie selbst? Die Schuhmode? Vielleicht hätten wir dann bald am Schuhgeschäft ein Schild: Schlechte Schuhe gefährden ihre Gesundheit. Aber eigentlich sind diese Kosten ja Peanuts, nicht der Rede wert. Richtig teuer wird es bei psychischen Erkrankungen. Häufige Ursache sind schlechte Arbeitsbedingungen. Wer könnte die Kosten dafür übernehmen? Der krank gewordene Arbeitnehmer? Der Vorgesetzte?

Es gibt in unserer Gesellschaft einen Trend zur Selbstoptimierung. Wir sollten aufpassen, dass es nicht zur Pflicht wird. Schon jetzt versprechen Krankenkassen Rabatte, für Nichtraucher und Besucher von Gesundheitskursen. Werden wir bald auch noch Rabatte oder Extragebühren  für andere Dinge bekommen? ZB Schuhe, Nahrungsmittel, Sexualverhalten, Arbeitsmoral? Stimmt, dass geht eigentlich niemanden etwas an. Aber dank digitaler Überwachung ist es bestimmt kein Problem diese Daten zu erheben.
Ich zumindest, möchte nicht in einer Gesundheitsdiktatur leben.